festival contre le racisme 2015, 16.06.-17.06.2015

16.06.-17.06.14: Infostand, Filmvorführungen, Diskussionen und Vorträge

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Projektbereich Eine Welt gemeinsam mit dem AStA, am bundesweit stattfindenden festival contre le racisme.
Dieses Jahr haben wir einige bunt gemischte Themen:

Dienstag, 16.06., 18:00 Uhr, C3.203:

Infoveranstaltung über die Flüchtlingssituation und -hilfe im Irak und in Syrien 

Mittwoch, 17.06., 18:00 Uhr, C4.208:

Türkischer Nationalismus am Beispiel der "Grauen Wölfe"


Die Vorträge finden jeweils um 18:00 Uhr an der Uni Paderborn statt.
Falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt oder euch vielleicht sogar an der Woche beteiligen wollt, könnt uns unter vorstand[at]einewelt.upb.de jederzeit erreichen.

 

Was ist das festival contre le racisme?

Was ist das festival contre le racisme?

Rassismus und Diskriminierung sind auch Themen, welche die Studierenden etwas angehen. Rechtsextreme Übergriffe, wie der auf den jungen Wissenschaftler Ermyas M. in Potsdam am Ostermontag 2006, sind nur die Spitze des Eisberges. Ständig sind ausländische Studierende mit Hürden konfrontiert, die deutschen Studierenden unbekannt sind. Eine diskriminierende AusländerInnengesetzgebung und ein zumindest merkwürdiger Umgang mit Flüchtlingen und MigrantInnen sind Alltag. Die Probleme sind vielfältig, aber nicht allen Studierenden bekannt.

Hierzu bietet der fzs an, sich innerhalb einer Aktionswoche an dem festival contre le racisme zu beteiligen. In einem selbst gewählten Mix aus Politik und Kultur soll ein Rahmen für Informationsveranstaltungen, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen gegeben werden.

Entlehnt ist die Kampagne vom französischen Dachverband der Studierenden (UNEF), der das festival contre le racisme bereits seit über einem Jahrzehnt in Frankreich veranstaltet.

In Deutschland ist das festival contre le racisme eine dezentrale Kampagne, findet also an mehreren Orten gleichzeitig statt. Studierendenschaften und Initiativen vor Ort füllen das Label festival contre le racisme mit Leben, indem sie Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen organisieren, Ausstellungen zeigen, Musikfestivals veranstalten oder sogar ihr Hochschulsommerfest in das festival contre le racisme integrieren. So entstehen Aktionswochen, in denen sich Studierende über Themen wie Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung im Alltag, studentische Verbindungen, Internationalisierung des Studiums, Flüchtlingspolitik oder die Situation ausländischer Studierender informieren und diskutieren können.

Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) koordiniert hierbei die einzelnen Hochschulstandorte und unterstützt die VeranstalterInnen vor Ort mit einheitlichen Materialien, Medienarbeit und Hilfe bei der Suche nach Themen und ReferentInnen.

Inhaltlich gibt es kaum Vorgaben. Selbst die Mottos und Aufrufe des festival contre le racisme sind unverbindlich. Weder inhaltlich noch formal möchte der fzs in der konkreten Ausgestaltung des festival contre le racisme Vorgaben machen.

Weitere Infos findet ihr unter: www.contre-le-racisme.de

Infoveranstaltung über die Flüchtlingssituation und -hilfe im Irak und in Syrien

Infoveranstaltung über die Flüchtlingssituation und -hilfe im Irak und in Syrien

Dienstag, 16.06.15, 18:00 Uhr, C3.203

Infoveranstaltung über die Flüchtlingssituation und -hilfe im Irak und in Syrien

von Hawar-Hilfswerk für Flüchtlinge im Irak

Das Hilfswerk Hawar, initiiert durch den Kölner Appell gegen Rassismus e.V., möchte den Flüchtlingen helfen und sich langfristig an der Verbesserung der Flüchtlingssituation beteiligen. Das Team von Hawar besteht überwiegend aus ehemaligen Flüchtlingen, die seit über 10 Jahren in Köln leben, engagiert sind und angesichts der Not ihrer Landsleute Hawar gegründet haben. Drei davon, Rezan Sönmez, Shilan und Gian Aldonani waren zur Weihnachtszeit zu Besuch in den Flüchtlingslagern im Nordirak und haben mit den Spenden, die sie zwei Monate lang gesammelt haben, hunderte Kinder mit Winterkleidung, Schuhen, Schulmaterial und Decken versorgt.



Unsere ReferentInnen Rezan, Shilan und Gian werden uns ihre Eindrücke und Erlebnisse schildern und über ihr Engagement sowie über die Flüchtlingssituation berichten.

Türkischer Nationalismus am Beispiel der "Grauen Wölfe"

Türkischer Nationalismus am Beispiel der "Grauen Wölfe"

Mittwoch, 17.06.15, 18:00 Uhr, C4.208

Vortrag: Türkischer Nationalismus am Beispiel der "Grauen Wölfe"

von Zeya Sahin

Die „Grauen Wölfe“ (türk.: Bozkurtlar) sind eine paramilitärische Kommandoeinheit der türkisch-ultranationalistischen Rechtspartei „Milliyetçi Hareket Partisi“ (MHP), deren Ziel es ist, alle nichttürkischen Völker zu assimilieren, alle Turkvölker der Welt zu vereinigen und ein „Großtürkisches Reich“ (Turan) zu errichten, das sich vom Balkan bis nach China erstreckt. Die MHP stellt heute die drittstärkste Fraktion im türkischen Parlament dar und hat damit eine Schlüsselrolle bei der Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Die Ideologie der MHP und ihrer Nebenorganisationen stützt sich auf folgende Kernelemente: Panturkismus/Panturanismus, rassistischer Nationalismus, Führerprinzipien, antidemokratische Grundhaltung, Antikommunismus und den Islam. Die MHP gründete Anfang der 70er Jahre Auslandsvertretungen. Die größte Auslandsvertretung der MHP war in Deutschland. Nach steigenden Gewalttaten durch die „Grauen Wölfe“ untersagte das türkische Verfassungsgericht, auf Druck einiger europäischen Staaten, 1976 den türkischen Parteien im Ausland Parteiorganisationen zu unterhalten. Die MHP-Organisationen arbeiten seitdem als „Kultur- und Islamische Vereine“ weiter und machen Gebetsräume, Moscheen sowie Cafés zu ihrem Hauptbetätigungsfeld. In der Bundesrepublik haben sich diese Organisationen fest etabliert und versuchen u.a. durch kulturelle, sportliche, politische und soziale Aktivitäten besonders türkischer Jugendliche für ihre nationalistische Ideologie zu fanatisieren.

In dem Vortrag wird versucht u.a. folgende Fragen zu beantworten: Welche Wurzeln haben türkische radikal rechte Ideologien? Wie sieht die Ideologie der „Grauen Wölfe“ aus? Wie arbeiten die „Grauen Wölfe“? Welche Bedeutung haben die „Grauen Wölfe“ in Deutschland? Was kann gegen solche Organisationen getan werden?







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